Island 2024 mit dem Dachzelt
Mittlerweile ist es, wenn ich den Anreisetag mitzähle, mein vierter Tag auf Island und drei Nächte im Dachzelt habe ich bereits mehr oder weniger gut überstanden, trotzdem wird mich wohl mein Weg heute nicht, wie geplant, auf direktem Weg nach Landmannalaugar im Hochland führen, sondern zunächst rund 100 km in die entgegen gesetzte Richtung zu IKEA, doch dazu später mehr…jetzt erst einmal der Reihe nach.
Der Flug mit Icelandair vom BER nach Keflavik auf Island verlief problemlos, allerdings durfte ich am BER noch 70 € für rund dreieinhalb Kilo Übergepäck bezahlen, denn tatsächlich wog mein Koffer rund 26,5 kg, und nein, da waren weder Wein- noch Bierflaschen drin, auch Kleidung ist durchaus übersichtlich, auch wenn Thermo- und Regenkleidung sicherlich einiges an Gewicht ausmachten. Aber Schlafsack und ein paar Gläser Nahrung von Löwenanteil, sowie Trackingschuhe und Isomatte führten zum einen dazu, dass mein Rucksack viel zu klein war und zum anderen, dass ich eben ein von sich aus schon etwas schwereren und größeren Koffer nehmen mußte, der jetzt übrigens zwei Drittel meines Kofferraums ausfüllt…
Okay, Landung in Island war pünktlich und nach kurzem Warten wurde ich auch von einem Mitarbeiter von Lotus Cars, bei denen ich mein Fahrzeug gebucht hatte, abgeholt und zur Station gebracht. Die Übergabe ging schnell, da ich das all-inclusive-Paket gebucht hatte, bei dem ich im Prinzip das Auto in Einzelteilen zurückgeben kann; fand ich wichtig, bei den Strecken, die zu fahren ich vorhabe; angeblich ist sogar das Schrotten des Motors bei Wassereindrang durch Flussdurchquerungen abgedeckt, ich habe nicht vor, das auszuprobieren, …also den Schaden, die Flussdurchquerungen werden wohl dabei sein, wenn man im Hochland unterwegs ist.

Wie Ihr seht, ist es Dacia Duster (BJ 2023) mit einem sehr einfach Dachzelt, reicht aber für eine Person aus, angeblich ist es für zwei Personen, stell ich mir lustig vor..
Von der Autovermietung ging es dann erst einmal zum nächsten Supermarkt, um mich für die kommenden Tage mit dem Notwendigsten einzudecken, danach weiter in den Nationalpark Thingvellir, wo ich meine erste Nacht verbrachte.
Da ich auch eine Kitchenbox mit gebucht hatte, konnte ich am nächsten Morgen zum ersten Mal den Gaskocher ausprobieren, er funktioniert bestimmt super bei Windstille, auf Island ist Windstille allerdings unbekannt, sodass das gute Teil von allen Seiten gegen Wind abgeschirmt werden muss, wenn man es benutzen will. Immerhin konnte ich heißes Wasser für meine erste Tüte Adventure Food (im Prinzip Fertignahrung in „Trockenbauweise“, die mit heißem Wasser und ein paar Minuten Warten zu teilweise durchaus essbarem Fertiggericht erzeugt werden kann) und auch noch zwei Spiegeleier damit machen, so what :-).
Den Tag verbrachte ich im Thingvellir mit Wandern und dem Fotografieren eines Wasserfalls. Aber hier merkte ich, wie populär Island inzwischen geworden ist, denn vor allem hier im Südosten der Insel wimmelt es nur so an Touristen, als ich gegen 14 Uhr den Nationalpark verließ, standen 26 Reisebusse auf dem Parkplatz und etwa 100 Privatfahrzeuge. Aber auch im Park trifft man unentwegt auf Leute, die hinter irgendwelchen Papptäfelchen mit Nummern hinterherlaufen, ein Träumchen.





Vom Thingvellir ging es dann weiter zum Kerid-Krater, der ursprünglich als Kegelvulkan vor ca. 3.000 Jahren nicht durch Eruption, sondern durch das Zusammenbrechen von Gestein entstanden ist, als die darunter liegende Lavamasse sich einen anderen Weg suchte und der Boden des heutigen Kraters nachgab. Er hat eine Tiefe von etwa 55 Metern, ist knapp 270 m lang und etwa 170 m breit, ganz nett und sicherlich einen Stop wert, wenn man in der Gegend ist, extra von weiter weg anfahren muss man ihn aber nicht.

Im Anschluß ging es dann zur letzten Tagesetappe, dem Bruarfoss, wo ich eine ganze Reihe von Aufnahmen inklusive Drohnenflug machte.





Danach ging es dann zum nächsten Campground, der glücklicherweise über ein Restaurant verfügt, wo ich eine annehmbare Pizza mit einem Tuborg-Bier genießen durfte.
Nach einer erneut durchaus kühlen Nacht ging es am kommenden Morgen nach einem spärlichen Frühstück mit Toastbrot (ohne Toaster) und etwas Käse zum bekannten Geysir, glücklicherweise war ich noch vor der Masse der Reisebusse vor Ort, als ich ging, kamen mir ganze Busladungen voll Menschen entgegen.






Danach ging es zum Hjalparfoss und von dort weiter zum Gjarfoss und zum Schluss zum Haifoss, wo ich vor 11 Jahren schon einmal mit meiner Tochter und einem damals ganz und gar nicht für die Anfahrt ausgelegten Kleinwagen im Nebel stand, dieses mal war ich bei bestem Wetter dort und sah, was wir damals nicht sehen konnten.




Nach all diesen Wasserfällen ging es dann für die Nacht auf einen relativ abseits gelegenen, aber keineswegs einsamen Campground, wo die Nacht dann doch so kalt wurde, dass ich gegen 5 Uhr früh aufwachte und erst wieder einschlafen konnte, nachdem ich mir aus dem Auto eine weitere Jacke, dicke Strümpfe und ein Badehandtuch zum über den Schlafsack legen geholt hatte. Da die kommenden Nächte dann eher noch etwas kühler werden würden, habe ich beschlossen, anstatt direkt nach Landmannalaugar zu fahren, zunächst einen Abstecher zum hiesigen IKEA zu machen, um mir noch eine Bettdecke zu kaufen, die ich dann zum Abschluß der Reise wohl zurücklassen muss, aber nachts frieren ist auch Mist. Glücklicherweise hat das IKEA hier auch am Sonntag geöffnet, aber trotzdem werde ich wohl drei Stunden des Tages mit dieser Fahrerei verbringen müssen, sodass das Hochland wohl noch einen Tag auf mich warten muss, aber ich habe ja noch 12 Tage Zeit.


Doch dazu dann morgen mehr, denn Ihr wißt ja, morgen ist ein anderer Tag.
Auch wenn mich der Umweg zu IKEA rund dreieinhalb Stunden gekostet hat, er hat sich gelohnt. Für unter 40 € konnte ich eine Bettdecke inkl. Bezug und eine weitere dünne Decke erwerben, die ich auf die Matratze und unter den Schlafsack legen kann, damit hatte ich dann die letzten beiden Nächte einen muckelig warmen Schlafplatz, es war also die richtige Entscheidung.
Von IKEA aus ging es dann aber auf direktem Wege ins Hochland, zunächst zu den Wasserfällen von Sigöldugljüfur (wer zum Geier kann das aussprechen?), wo ich dann tief im Flusstal die Drohne fliegen ließ.


Im Anschluß dann zum Hochgebirgssee Blahylur, ganz nett, die Anfahrt war besser als der See selber, ohne Allrad wäre ich hier verloren gewesen. Überhaupt bewegte ich mich seit etwa 50 km nur noch auf Schotterstraßen, die ausschließlich für Allradfahrzeuge zugelassen sind.




Danach ging es zum eigentlichen Ziel, nach Landmannalaugar.
Über Landmannalaugar könnte man sicherlich einen eigenen Bilderband machen, der Ort, das Gebirge ist eigentlich mit Worten nicht zu beschreiben, daher lasse ich besser die Bilder sprechen.

















Diese Bilder sind überwiegend auf einer Wanderung entstanden, die ich aus Gründen der Faszination für diese Landschaft von geplanten zwei Stunden auf fünf Stunden ausgedehnt habe, wobei ich noch nicht wußte, dass mich dieser zusätzliche Weg auf eine Höhe von etwa 1.200 m (rund 450 Meter Höhenunterschied) bringen wird, aber, im Nachhinein, kann ich sagen, dass es sich absolut gelohnt hat, zwischendurch war ich mir da nicht immer so sicher, ob es eine gute Idee war…
Zur Belohnung gab es dann aber, zurück im Camp, ein ausgedehntes Bad in einen Hot Pot, einem natürlichen Becken, das von einer heißen Quelle gespeist wird. Ich teilte dieses Vergnügen mit etwa 50 anderen Gästen…
Zum Abendessen genehmigte ich mit wieder Adventure Food, dieses Mal Chicken Curry und danach Mousse au Chocolat, kann man durchaus essen, wenn man Hunger hat und es nichts anderes gibt…
Gestern Abend hatte ich mir übrigens ein Glas von Löwenanteil warm gemacht, das schmeckt schon deutlich besser, ist zudem vegan, eigentlich durchaus schmackhaft und – angeblich – ohne unsinnige Zutaten.
Morgen geht es dann zurück in die Zivilisation, runter in den Süden und auf die Ringstraße, und danach weiter zum Gletscher Sölheimajökull, aber dazu dann morgen mehr, denn Ihr wißt ja, morgen ist ein anderer Tag.
Heute morgen ging es direkt nach dem Aufstehen los, die Nacht war zu Beginn recht unruhig, denn neben mir parkte ein VW-Bulli mit Vater und zwei Töchtern, die offenbar Fangen in und um das Auto spielten, jeweils öffnete sich die Schiebetür den Wagens alle paar Minuten und wurde sofort wieder zugezogen, es war ein älterer Bus, so etwas wie…Soft-Close kennen die noch nicht. Der obligatorische Nachtgang zur Toilette fand gegen 3 Uhr morgens bei mehr oder weniger Tageslicht statt, schon etwas skurril.
Jedenfalls stand um 8 Uhr morgens die Abfahrt und die erneute zweifache Flussdurchquerung statt und da die Fahrt gen Süden gehen sollte, ging es schon nach wenigen Metern auf die F225, eine Strasse quer durch das Hochland, einsam und von unglaublicher Faszination. Hier lies ich zum ersten Mal die Drohne dem Auto folgen und ich hatte Glück, sie konnte sogar eine erneute Durchfahrt durch eine Furt filmen.
Danach ging es mit einem kurzen Zwischenstop an einer N1-Tankstelle (Frühstück MIT Kaffee) weiter auf der Ringstrasse bis zum Skogafoss.




Dieses Bild haben vermutlich die meisten Touristen, aber nur ein Bruchteil der Busreisenden, die hier in Scharen landen, haben die Zeit oder die Lust, das eigentlich Spannende zu machen, denn an der Seite des Wasserfalls führt eine Treppe (über 500 Stufen) nach oben und von dort ein etwa 4km langer Wanderweg entlang der Skoga, die auf ihrem Weg bis zum Skogafoss weitere acht Wasserfälle „überstehen“ muss, einer schöner als der andere und ein Genuss für die Augen und das Herz des ambitionierten Hobby-Fotografen.







Danach ging es auf der Ringstrasse weiter bis nach Vik, wo nach einer durchaus verdienten Pizza (echt lecker!) nun nur noch eine heiße Dusche und dann ein paar Stunden Augengymnastik auf dem Programm stehen, denn die Nacht soll kurz werden, da ich morgen früh vor den ganzen Reisebussen am Gletscher Solheimajökull sein will.
Doch dazu dann morgen mehr, denn Ihr wißt ja, morgen ist ein anderer Tag.
Bekanntlich sind ja Pläne dazu da, dass man sie ab und an auch mal umstoßen oder verändern muss, daher habe ich den für gestern geplanten Besuch des Gletschers fallen gelassen und bin stattdessen relativ früh zu einem Felsen gefahren, an dem Puffins nisten sollen, um noch vor den ganzen Reisebussen dort in Ruhe fotografieren zu können, was mir auch gerade noch so gelungen ist, denn ich hatte nur etwa 20 Minuten Ruhe, bis die ersten Regenschirmverfolger dort auftauchten.





Zudem sollten auf der Ringstraße in Richtung Osten, auf der es nun weiter ging, noch weitere Gletscher kommen.
Für heute stand aber vor allem die Fahrt zum Laki-Krater im Hochland auf dem weiteren Programm, denn auch diesen kann man ausschließlich mit einem Allradfahrzeug erreichen und deswegen u.a. bin ich ja auch mit so einem Fahrzeug unterwegs. Das Hochland zeigt sich hier vor allem mit Moos und Farnen – sofern überhaupt – bewachsen, ansonsten dominiert eine reine Lava-Wüste die Landschaft, durchzogen von Wasser und hier und da findet auch die Fauna und Flora ein wenig Platz.
Und ja, es gibt weiterhin viele, sehr viele Wasserfälle… 🙂






Danach ging es noch mit einem kurzen Zwischenstop an einem weiteren See, wo die nächste Tüte des mitgenommenen Adventure-Foods zubereitet und gegessen wurde, zum Campground für die anstehende Nacht, glücklicherweise war hier das Duschen ohne Zeitbeschränkung im Preis enthalten, was ich auch ausgiebig genutzt habe. Wie auch bei den vorherigen Campgrounds stand auch hier die Anzahl der Toiletten und Duschen in keinem guten Verhältnis zu der Anzahl der Reisenden, aber man arrangiert sich und wartet dann eben (ist bei den Duschen etwas einfacher als bei der Toilette 😉 ).
Heute morgen ging es wieder zeitig los, da es vor allem am Morgen das Ziel ist, vor den Reisebussen an einem Spot anzukommen; tatsächlich begann der Tag mit leichtem Nieselregen, sodass der erste besuchte Gletscher eher etwas mystisches als etwas eindrucksvolles hatte, aber vielleicht war gerade das Mystische besonders eindrucksvoll.





Aber nur kurze >zeit später klarte es auf, gerade rechtzeitig, um den nächsten Gletscher zu besichtigen, die folgenden Bilder sind mit der Drohne gemacht.






Nur wenige Kilometer weiter wartete dann das nächste Highlight, die schwimmenden Eisberge, mit Worten mal wieder nicht zu beschreiben…













Es gibt hier im Osten Islands einfach so unglaublich viel zu sehen, eine Pass-Straße ist aufregender als die andere und so langsam läuft mir die Zeit davon bei alledem, was ich noch sehen wollte.
Ich habe daher beschlossen, die Stationen, die man auch mit einem normalen Fahrzeug oder gar Wohnmobil anfahren kann, auf die nächste Island-Reise zu verschieben 🙂 und mich dafür mehr auf die F-Straßen, die man eben nur mit einem Allrad-Fahrzeug befahren kann und auch darf, zu konzentrieren.
Über eine weitere Pass-Strasse ging es dann endgültig in den Osten Islands, wo ich einen sehr ansprechenden Campground anfuhr, der endlich auch mal wieder ein – zudem sehr gemütliches – Gemeinschaftszimmer hat, in der sogar ein Pool-Billard steht.




Mittlerweile ist es 23 Uhr geworden und es wird Zeit, die Dusche und anschließend mein Bett aufzusuchen, denn morgen steht eine längere Fahr ins Hochland an, es soll zum Askja-Krater gehen, wobei noch nicht ganz klar ist, ob man überhaupt bis dahin fahren kann, denn aktuell sind noch immer ein paar Straßen im Hochland gesperrt oder auf Grund von zu tiefen Wasserfurten nur für die richtig großen Allradfahrzeuge frei gegeben, aber dazu dann morgen mehr, denn Ihr wißt ja, morgen ist ein anderer Tag.
Auch heute kam es mal wieder alles anders als geplant, denn zwar war ich nach einer ziemlich stürmischen Nacht trotzdem um 0600 bereits wach und ausgeschlafen, sodass ich noch schnell die Gelegenheit genutzt habe, die hier kostenlos angebotene Waschmaschine inkl. Trockner zu nutzen, aber im Anschluß wollte ich das traumhafte Wetter mit strahlend blauem Himmel ausnutzen und bin daher statt ins Gebirge lieber an die Küste in ein kleines Fischerdorf gefahren, da ich gestern Abend noch den Tip bekommen hatte, dass es dort ebenfalls Puffins zu sehen gäbe. Und das reichlich! Ein gesamtes Felsenareal wimmelt hier im Sommer nur so von diesen kleinen etwa taubengroßen Vögeln.





Vom Hafen aus ging es dann wieder zurück ins Landesinnere zum Wasserfall Studlafoss, die Fahrt entlang der Küstenlinie erinnert sehr an Fjord-Norwegen, einfach tarumhaft, das blaue Wasser, die grünen Ebenen, die schneebedeckten Berge und der blaue Himmel.
Vom Studlafoss führt ein Weg weiter ins Landesinnere, leider habe ich nicht meinem Gefühl, und bin diesen weiter entlang gelaufen, sondern habe Google Maps vertraut und bin die etwa 3 km auf der anderen Flussseite entlang gefahren, sodass ich zwar auch an der Studagil-Schlucht ankam, aber auf der falschen Seite. Von der Strassenseite aus führt zwar eine Treppe zu einer Aussichtsplattform herunter, aber die hier typischen Basaltformen der Schlucht kann man eben nur von oben aus fotografieren, von der anderen Seite aus hätte man sie von unten aus der Schlucht selber fotografieren können.
Da es mittlerweile schon gegen 17 Uhr war und ich so langsam auch Hunger bekam, habe ich diesen Teil des Programms in Gedanken auf die nächste Reise nach Island verschoben.




Heute Nacht bleibe ich noch einmal auf dem selben Campground wie schon in der Nacht davor, aber morgen wird es dann – vermutlich – wirklich ins Hochland und zunächst zum Askja-Krater gehen, aber dazu dann morgen mehr, denn Ihr wißt ja, morgen ist einanderer Tag.
Am Ende von zwei staubigen, aber unglaublich beeindruckenden Tagen, bin ich heute gegen 17 Uhr nördlich von Husavik auf einem wundervoll angelegten Campground direkt am Meer angekommen und konnte den Staub der letzten Tage loswerden. Doch der Reihe nach:
Gestern Morgen ging es kurz nach 8 Uhr in der Nähe von Egilsstad zunächst auf der Ringstraße nordwärts und nach etwa 70 km ging es nun endgültig ins Hochland. Auf der nur für Allradfahrzeuge zugelassenen F910 brauchte ich etwa 5 Stunden, bis ich am Camp unterhalb des Askja-Kraters ankam, unterwegs wurde ich zweimal von überaus freundlichen Rangern angehalten, die mir noch Tips für die Fahrt gaben und meinten, dass der letzte Teil der Straße zum Krater aktuell noch wegen Schnee gesperrt ist.
Außerdem wurde mir gesagt, dass die F88, auf der ich morgen zurückfahren wollte, nicht ganz ungefährlich ist, da in der letzten Woche dort zwei Dacia Duster beim Durchqueren einer Furt abgesoffen sind, das fing ja gut an.
Trotzdem machte ich mich natürlich weiter auf meinen Weg.
Gegen 15.30 erreichte ich dann die Rangerstation unterhalb des Askja-Kraters, wo ich am Ende eines netten Gesprächs mit einem der Ranger dort erfuhr, dass der Weg hinauf zum Krater nun doch gerade geräumt worden sei und ich mich auf den Weg machen könne. Gesagt, getan!
Oben angekommen bot sich eine surreale Welt aus Lava und Schnee, wie in einem Schwarz-Weiß-Film der 60er Jahre 🙂






Zurück in der Rangerstation fragte ich nach einem Stellplatz für die Nacht, was aber nicht möglich war, da sie auf Grund des heftigen Windes ein Aufbau eines Zeltes, auch eines Dachzeltes, nicht erlauben können, da es in der vorangegangenen Nacht ein Dachzelt zerrissen habe… stell ich mir auch sehr lustig so mitten in der Nacht vor.
Alternativ bot man mir an, dass ich eine Cabin für etwa 80 € buchen können und da ich mir natürlich unter einer Cabin etwas anderes vorstellte als das, was es im Endeffekt war, sagte ich zu. So wurde ich also in einen großen Raum geführt, auf dem etwa 30 Matratzen, abgetrent durch kleine Holzlatten lagen und ich sollte mir eine aussuchen. Vermutlich sah man meinem Gesucht an, wie ich darüber dachte, also erklärte sie mir, dass eine Cabin eben kein abgeschlossener Raum, sonder einfach das sei, was ich hier sah.
Immerhin bekam ich anstandslos mein Geld zurück.
Gegen 17 Uhr machte ich mich auf den Weg zurück, hatte aber vorher in meiner App gesehen, dass es an der F88 und ungefähr 30 km entfernt noch einen Zeltplatz gab, den ich nun ansteuerte.
Ich kam etwa zeitgleich mit einem Bus voller Deutscher, die mit Wikinger-Reisen unterwegs sind, dort an und so gab es am Abend immerhin ein klein wenig Small-Talk, denn wir aßen alle gemeinsam in einem großen Zelt, ich mein Adventure Food, sie eine Linsensuppe mit Würstchen, sah aber auch nicht besser aus 🙂
Zum Abschluß des Tages machte ich noch einen etwa einstündigen Spaziergang im Lavafeld rings um den Platz und dann hieß es den Waschraum (draußen mit ausschließlich kaltem Wasser) ansteuern und mich anschließend im Dachzelt auf den morgigen Tag vorzubereiten, denn ich hatte durchaus vor, die F88 zu fahren, allerdings ohne mein Auto zu schrotten.
Um 0700 klingelte der Wecker und um 0730 war ich abfahrbereit, ca.30 Minuten später kam ich an der ersten der beiden Furten an, der Weg war mit Fahnen abgesteckt und es sah eigentlich gar nicht so schlimm aus.
Diese Markierung sollte man beim Durchqueren aber tunlichst beachten!
Trotzdem wartete ich noch etwa 70 Minuten, bis endlich ein Auto aus der Gegenrichtung kam, an dessen Durchquerung ich mich noch orientieren konnte und der, wie man es im Hochland macht, auch wartete, bis auch ich wohlbehalten mit meinem Wagen am anderen Ufer ankam. Dann ging es weiter auf der F88 durch endlos erscheinende Lavafelder.
Kurze Zeit später kam ich dann an der zweiten Furt an, die man zwar gerade durchqueren kann, die es aber in der Mitte in sich hat.
Nachdem auch diese erfolgreich gemeistert war, dauerte es noch ca. 90 Minuten, bis ich wieder auf der Ringstraße, von wo aus ich mich auf den Weg zum Dettifoss machte.
Hierhin führen zwei Strassen, eine asphaltierte, die zum Haupt-Parkplatz (kostenpflichtig) führt und eine auf der anderen Uferseite über Schotterpiste, natürlich nahm ich letztere, zumal ich vor 11 Jahren mit meiner Tochter Sonja schon einmal auf der anderen Seite gestanden habe.
Der Dettifoss ist unbeschreiblich, gewaltig und ein echtes Highlight in Island, er ist etwa 45 Meter hoch, rund 100 Meter breit und laut einer Tafel vor Ort stürzen hier pro Sekunde rund 400 Kubikmeter Wasser hinab.





Danach ging es weiter auf der 864 in Richtung Norden, vorbei an einem weiteren Wasserfall, der nach dem Dettifoss kommt, natürlich mußte ich auch hier anhalten 🙂
Langsam wurde es für mich dann Zeit, zum einen wieder zu tanken, denn die Fahrt im Hochland hatte doch reichlich Diesel verbraucht, mal etwas zu essen (Burger… geht deutlich besser!) und dann einen Übernachtungsplatz für heute zu suchen.
In der beliebten App Park4Night war ein Campingplatz nördlich von Husavik besonders gut bewertet und den steuerte ich dann, natürlich nicht, ohne unterwegs noch einmal an einem Felsen, an dem Vögel nisten, anzuhalten.


Der Campingplatz liegt tatsächlich wunderbar am Meer und ich bekam auch noch einen Stellplatz in der ersten Reihe, mit direkten Blick auf das Meer, auf dem die Möwen nach Nahrung tauchen.

Endlich eine heiße Dusche und dann ging es an die Planung für morgen, denn es soll wieder in das Hochland gehen, dieses Mal auf dem F26 – Sprengisandsleid – die ich aber zumindest vorhabe, in einem Zug durch zu fahren, d.h. ohne erneute Übernachtung im Hochland. Ob das bei den vielen Wasserfällen und anderen tollen Spots unterwegs klappen wird, we will see. Doch dazu dann morgen mehr, denn Ihr wißt ja, morgen ist ein anderer Tag.
Heute sollte es dann auf die erste der beiden klassischen Hochlandrouten gehen, die F35 wird der Abschluß, für heute stand die F26 in der Durchquerung von Nord nach Süd auf dem Programm, zunächst aber hieß es noch einmal tanken und ein wenig einkaufen; leider machte der Netto erst um 10 Uhr auf, so schlenderte ich noch ein wenig in Husavik herum, um dann kurze Zeit später endgültig aufzubrechen. Zu Beginn war es noch eine asphaltierte Straße, die zum Godafoss führte, den ich, wenn ich schon mal hier bin, natürlich auch mitnahm. Kurz danach ging es auf der 842 auf Schotterpiste südwärts bis zum Aldeyarfoss.





Ab etwa hier beginnt dann auch die F26, auch Sprengisandsleid genannt. Mal wieder ging es durch scheinbar karges Lavaland, hier und da gesäumt von ein paar grünen Flecken und Flüssen, die es zu durchqueren oder seitlich zu passieren galt.
Und hier passierte es dann auch, ein plötzlicher, unüberhörbarer Knall und am Lenkverhalten war mir schlagartig klar, dass es wohl mindestens einen Reifen erwischt hatte, glücklicherweise tatsächlich nur einen, der Reifen vorne rechts war platt; da ich in einer Kurve stand, rollte ich noch sehr langsam ein paar Meter weiter un dann hieß es umpacken, denn natürlich war der gesamte Kofferraum voll mit Koffer, einem sehr großen Koffer ;-), Tisch, Stuhl, Fotorucksack usw.
Nachdem ich nun also den Zugang zum Reservereifen freigelegt hatte, holte ich diesen nebst Reifenkreuz heraus und suchte den Wagenheber, und suchte, und suchte und suchte noch einmal, keiner da (Spoiler: am nächsten Tag stellte sich heraus, das sich einfach nur zu doof war, er war an der Seite hinter einer Verkleidung, die, wenn man es weiß, auch leicht öffnen kann, shame on me…). Also, warten.
Kurze Zeit später am ein Motorradfahrer auf einer Enduro vorbei, den ich lustigerweise einige Kilometer vorher gefragt hatte, ob alles in Ordnung sei, da er am „Straßen“rand stand, nun fragte er mich das Gleiche, was ich, im Gegensatz zu ihm, aber verneinen mußte. Natürlich hatte er keinen Wagenheber dabei, wozu auch…, und wir stellten beide fest, dass wir keinen Handyempfang haben, lief gut.
Während wir noch dabei waren, die Telefonnummer der nächsten Rangerstation in unseren Unterlagen heraus zu finden, näherte sich ein weiterer Dacia uns und ein polnisches Pärchen fragte ebenfalls, ob alles in Ordnung sei. Um es abzukürzen, sie hatten natürlich einen Wagenheber dabei, wir wechselten schnell den Reifen, ich packte alles wieder ein und gemeinsam fuhren wir weiter, nun hatte ich noch etwa 130 km ohne Reservereifen und ohne Wagenheber (zu diesem Zeitpunkt war das mein Erkenntnisstand) vor mir und die Straße wurde logischerweise nicht besser, Umkehren ist aber keine Option! No risk, no fun! Zudem wollte ich unbedingt noch die 50 km-Umweg nach Laugavatn machen, denn dort soll es einen Hot Pot in toller Lage geben. Gibt es auch, und ich habe die Zeit dort genossen, auch wenn ich wußte, was noch vor mir lag.


Gegen 17.30 Uhr machte ich mich wieder auf den Weg, aber nach etwa eineinhalb Stunden (die Fotostops nehmen ja auch Zeit in Anspruch), war mir klar, dass ich heute vermutlich nicht mehr bis nach unten werde fahren wollen. Etwa auf halber Strecke gibt es eine Rangerstation mit Campground, einigen Toiletten und einer Dusche, dich ich ansteuerte, um dann doch dort den Abend und die Nacht zu verbringen, denn eine Weiterfahrt barg das Risiko, unterwegs erneut liegen zu bleiben und dann kommt in der Nacht vermutlich nicht so häufig jemand vorbei. Also gab es wieder lecker Adventure Food, ein warmes Corona, eine Dusche und ohne Ende diese kleinen Mistviecher, die zu Dutzenden (!) einem um den Kopf fliegen. Da das Abendprogramm recht übersichtlich war, lag ich um 21.30 Uhr im Bett und schlief tatsächlich bis um 7 Uhr durch, sodass ich um halb acht bereits wieder auf der Piste war.
Die Strecke weiter in Richtung Zivilisation verlief unspektakulär, wenn man von dieser unglaublichen Landschaft, die einen hier umgibt, mal absieht und so war ich gegen 12 Uhr (Fotostops, Drohenflug) wieder an einer N1-Tankstelle, bei der ich endlich auch etwas zu essen fand (Frühstück hatte ich außer Keksen nichts mehr) und vor allem einen Kaffee trinken konnte,
Von hier aus hätte ich eigentlich gleich, wie geplant, zunächst nach Osten und dann später wieder nach Norden, auf der nächsten Hochlandpiste, der F35 (Kjalvegur), fahren können, aber da war ja noch dieses blöde Thema mit dem Reservereifen, den Wagenheber hatte ich zwischenzeitlich und nach einem Telefonat mit der Vermieterstation gefunden, das unbedingt vorher noch erledigt werden mußte. Leider war der Reparaturdienst, mit dem der Vermieter zusammen arbeitet, ausgerechnet an diesem Tag erst ab etwa 15.30 Uhr geöffnet, also mußte ich noch etwas Zeit am Gullfoss „vertrödeln“.





Der Reifenwechsel ging relativ zügig, nachdem der Mechaniker dann kurz nach 16 Uhr auch in seiner Werkstatt eingetroffen war und gegen 17 Uhr war ich dann noch am Wasserfall Faxi, bevor es zum Abendessen (Pizza, mal wieder) auf einen Campground ging; da dieser aber ein Problem mit dem Warmwasser hat, blieb ich dort nicht, sondern fuhr noch etwas weiter zu dem nächsten Campground, wo es sogar einen Hot Pot gibt, den ich jetzt gleich noch nutzen werde.



Morgen früh geht es zunächst erst zur Tankstelle (Kaffee und Brötchen) und dann die F35 hinauf, die reine Fahrtzeit soll wohl nur 4 Stunden für 200 km betragen, aber das wird sicherlich bei mir mehr werden, zumal es noch einige Abstecher nach rechts und links geben wird, doch dazu dann morgen mehr, denn Ihr wißt ja, morgen ist ein anderer Tag.
Nun also mehr oder weniger zum Abschluß meiner Reise die klassische Hochlandtour, die F35. Im Vergleich zur F26 ist sie deutlich kürzer und eigentlich auch viel langweiliger, wären da nicht die beiden Highlights unterwegs, denn sie bietet eigentlich lediglich Schotterwege, die im oberen – nördlichen – Teil auch gut und schnell befahrbar sind, dafür aber weder interessante Sandpisten bietet, noch Furten, die durchquert werden müssen. Daher war es auch nicht so schlimm, dass ich heute Morgen nur schwer aus dem Bett und auch erst spät zu einem vernünftigen Kaffee – Cappuccino – gekommen bin, den gab es tatsächlich an einer N1-Tankstelle.
Gegen 10.30 Uhr war ich dann endlich so weit, endgültig aufzubrechen und nach einige Kilometern wurde die 35 dann auch zur F35, d.h. nur noch Allradfahrzeuge, die zugelassen sind und die Schotterpiste begann.
Nett war die Zwischenstation bei Arbudir, nach ungefähr einem Drittel (geschätzt) der Strecke, hier könnte man auch gut übernachten, wenn man aus irgendeinem Grund die F35, von Norden kommend, nicht mehr bis zu Ende fahren kann oder will.

Nach einem weiteren Kaffee ging es für mich aber weiter, denn mein erstes Ziel sollte ja Kerlingarfjöll im Hveraladur sein, ein Thermalgebiete ca. 12 km östlich der F35 sein; der Weg dorthin ist schon deutlich schwieriger, da sehr steinig, aber mit Allrad auch gut zu bewältigen. Diverse Solfatare / Fumarole sind hier an einem Bach gelegen, der sich tief in die erstarrte Magma zweier Vulkane gegraben hat, und einen Anblick wie in einer anderen Welt bieten










Nach dieser schon sehr eindrucksvollen Besichtigung ging es weiter auf der F35 nordwärts zum Hveravellir, einem nicht minder, wenn auch anders geartetem, Thermalgebiet, in dem einem die vulkanischen Aktivitäten Islands ausgesprochen deutlich vor Augen geführt werden.
Hier findet man neben Heißwassequellen, die auch für einen Hotpot genutzt werden (war mir aber zu voll da drin) erneut Fumarole und Solfatare sowie verschiedene Springquellen; über dem ganzen liegt der unverwechselbare Geruch von Schwefelwasserstoff, was aber einigen hier grasenden Schafen gleichgültig zu sein scheint.




Zurück auf der F35 endete ca. 30 Minuten später auch die Schotterstraße und die F35 wurde wieder zur regulären 35, auf der es noch einige schöne Landschaften zu sehen gab.



Gegen 20 Uhr erreichte ich dann meinem heutigen Übernachtungsplatz bei Hofsos an einem Fjord, von wo aus es dann morgen zur vorletzten Etappe, voraussichtlich auf die Snaefelsness-Halbinsel, gehen wird, wo es, neben einigen Wasserfällen 🙂 u.a. auch das ehemalige Haus von Erik dem Roten geben soll, mich aber interessiert mehr eine Lavahöhle, die weit in den (ehemaligen) Vulkan hinein begehbar sein soll, doch dazu dann morgen mehr, denn Ihr wißt ja, morgen ist ein anderer Tag.
Leider kam ich heute dann doch nicht so früh weg, wie ich das eigentlich geplant hatte, denn auch um 0700 Uhr hieß es an der Dusche zunächst einmal anstehen; tatsächlich gab es genau eine Dusche jeweils für Männlein und Weibchen und Frühaufsteher sind unter den Campern durchaus viele; das Thema der sanitären Anlagen ist generell ein großes Thema auf den isländischen Campgrounds, denn diese haben nicht auch nur ansatzweise mit der enormen Zunahme der Camper in den letzten Jahren mithalten können, oft gibt es nur vier, fünf vielleicht sechs bis acht Toiletten und höchsten genauso viele Duschen, meistens ist die Anzahl aber jeweils deutlich geringer, und das das bei Campgrounds, die teilweise 200 oder mehr Leute pro Nacht haben, zu durchaus kleinen oder größeren Problemen – zumindest in der Hauptsaison Juli, August – führen kann, liegt auf der Hand.
Anyway, irgendwann ging es dann los, zunächst natürlich wieder zu einer N1-Tankstelle, um mir meine morgendliche Kaffee-Dröhnung zu holen, ein Baguette mit – hoffentlich – frischen Krabben zu kaufen und noch etwas Rauchware für unterwegs anzuschaffen.
Die Küstenstraße hinunter bis zur Ringstraße war es ja noch ganz nett, aber auf der Ringstraße wurde es dann doch sehr schnell recht langweilig. Immerhin kam nach einigen Kilometern ein Hinweisschild auf eine Sehenswürdigkeit oder historische Stätte (Pristapar) und so bog ich auf den Parkplatz ab, alles war besser, als hinter einem Konvoi von fünf Wohnmobilen hinterher zu fahren.
Okay, eine Sehenswürdigkeit war es weniger, eine historische Stätte lasse ich mir noch gefallen, jedenfalls fand hier im Jahre 1830 die letzte offizielle Hinrichtung in Island statt (die dafür verwendete Axt ist im Nationalmuseum von Reykjavik zu besichtigen). Die Todesstrafe selber ist jedoch erst rund 100 Jahre später in Island abgeschafft worden.
Da ich nicht mehr auf der Ringstraße weiterfahren wollte, suchte ich nach Alternativen und fand die F578, die ein wenig durch das Hochland führte und weiter unten (südlicher) wieder auf die Ringstraße stoßen würde, von dort würde es dann nicht mehr weit nach Snaefellsnes sein, die F578 war im Tourbook als blau gekennzeichnet, also alles gut mit dem Duster, es sollte insgesamt vier Wasserfurten geben, aber alle mit jeweils zwischen 20 und 30 cm nicht sonderlich tief.
Kurz danach kam dann auch schon der Abzweig auf die 714 (die dann später in die F578 übergehen sollte) und zunächst ging es natürlich mal wieder an einen Wasserfall :-), yepp, ich weiß, er wurde schon vermisst. Der Kolugljufur Wasserfall ist durchaus einen Stop wert, wenn man in der Nähe ist, extra von weiter weg anfahren muss man ihn aber auch nicht wirklich.





Vom der Kolugljufur-Schlucht fuhren die meisten anderen Autos wieder zurück in Richtung Ringstraße, ich jedoch weiter in das Landesinnere hinein, denn nun sollte bald die F578 beginnen und schon nach wenigen Kilometern war ich außerhalb jeglicher Zivilisation, weit und breit kein einziges anderes Auto in Sicht (es sollte mir auch bis fast zum Ende der Fahrt kein einziges Auto auch mehr entgegen kommen).





Um es vorweg zu nehmen, es kam keine einzige Furt mehr, da alle Furten offenbar in den letzten Jahren mit Brücken „entschärft“ worden waren und das Wetter wurde immer schlechter, sodass ich auf die Besichtigung der Lava-Höhle verzichtete, zumal es doch mal wieder später als erwartet war, ich noch eine längere Strecke vor mir hatte und im Endeffekt man diese Höhle auch bequem mit einem normalen PKW von Süden her erreichen kann.
Und so kam ich dann bei mittelprächtigem Wetter gegen 20 Uhr an meinem Ziel auf der Halbinsel Snaefellsnes an.
Überraschenderweise :-)) gab es direkt am Campground eine Pizzeria und da ich den ganzen Tag mich mehr oder weniger von Wasser und Keksen (bis auf das Baguette am Morgen) ernährt hatte, schmeckte die Pizza auch ganz ordentlich. Leider regnete es ausgesprochen heftig als ich die Pizzeria wieder verließ und es würde auch die nächste Zeit wohl nicht besser werden, als baute ich zum ersten mal während dieser Reise – und dann auch für die letzte Nacht – mein Dachzelt im Regen auf und ging dann auch bald schlafen.
Der nächste Morgen weckte mich auf doch eher ungewöhnliche Weise:
Ansonsten zeigte sich der Ort und die Insel zum Abschluß der Reise noch einmal von seiner schönsten Seite und so blieb ich hier noch für ein, zwei Stunden, ging spazieren, machte Aufnahmen bis es dann gegen 13 Uhr endlich in Richtung Keflavik zurück zur Autovermietung gehen mußte.













Die Abgabe des Autos war genauso unproblematisch wie die Übergabe, einfach alles ausräumen, Schlüssel abgeben, fertig. Kurz mußte ich warten, dann wurde ich völlig entspannt zum Flughafen gefahren, wo ich kurz nach Mitternacht das Flugzeug bestieg, um die dreieinhalb Stunden zurück nach Berlin zu fliegen.
Noch immer bin ich in Gedanken bei dieser traumhaften, ja teilweise so unwirklich erscheinenden Landschaft und ich bin sicher, ich werde sie wiedersehen.
Vielen Dank für´s Begleiten und/oder Lesen, bis zum nächsten mal, und
bleibt neugierig!








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